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Wien und seine Musik vor 45 Jahren


Stammersdorf, Jedlersdorf und Stebersdorf – Eine Betrachtung im Wandel der Zeiten


Von Joe Hans Wirtl *)
     
Mit unseren Spaziergängen von der Innenstadt bis zur Peripherie sind eigentlich schon im Jahre 1952 angelangt. Gerade zum letztbeschriebenen Wiener Gemeindebezirk Floridsdorf paßt das Jahr, wo man bei den Heurigen die ersten Schmalzbrote mit Zwiebel kredenzte, früher mußte sich jeder Heurigenbesucher sein Eßpackerl mitbringen. Heute gibt es Heurigenbuffets in jeder Buschenschank mit Back- und Brathühnern und die feinsten Delikatessen sind bis Mitternacht erhältlich.

Dazu hat sich auch in Stammersdorf, Jedlersdorf und Strebersdorf schön langsam die Musik eingebürgert. Beim Wannemacher in Strebersdorf begannen die "3 Spitzbuben" mit ihrem Heurigenkabarett. Helmut Schicketanz, Helmut Reinberger und Toni Strobl öffneten das Tor zum Heurigen in Transdanubien und scha-renweise kamen die Wiener auf einen "Brünnerstraßler".

In Stammersdorf brauchte es etwas länger, aber bereits 1955 waren schon viele Heurigen- schenken mit Musik bestückt. Es gab Zitherspieler, Alleinunterhalter, Duos und Trios und es gab auch später den "Yul Brynner aus Stammersdorf" namens Fritz Korinek, der immer ein volles Haus garantierte mit seinem Programm. Einige Namen von den damaligen Heurigen- musikern waren: "die charmanten Wiener", "die 3 Hobbys", das Duo Braunsteiner- Lohnicky, "Sobi und Svobi", Willy Hirn, das Duo Urban, "der schöne Pepi", "die Herzensbrecher" und viele andere.

Auch Hagenbrunn wurde ein Heurigenwallfahrtsort und bekam auch ein Lied von dem unvergeßlichen Komponisten und Musiker Friedl Szalat, der auch Ensemblemitglied der ersten "3 Meckis" war und es hieß "Das Hagenbrunner Lied". Bis heute zieht sich der Faden des Heurigen-Kabaretts und in Klein-Engersdorf residieren schon viele Jahre die äußerst beliebten "Strebersdorfer Buam" und haben immer ein treues Publikum. Wer vieles bringt, bringt für jeden etwas und das ist das Geheimnis dieses Trios.

Mit den Jahren ist es in den Heurigenorten wieder ruhiger geworden, mit leichter Wehmut denkt so mancher heute schon betagte Heurigenmusiker an diese Zeit, wo das Wienerlied großen Anklang fand und auch so mancher Heurigengast vielleicht sagt: Das waren Wien und seine Musik vor 45 Jahren.
   

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Joe Hans Wirtl (6. 11. 1930 bis 9. 1. 2003), war Autor, Komponist, Musiker, Moderator, Notenautograph, Schriftführer beim Verein österreichischer Textautoren, 5 Jahre Präsident/Obmann der "Wienerlied-Vereinigung Robert Posch", ordentliches Mitglied der AKM; Träger des Ehrenzeichens der Stadt Wien in Silber, des Hutes vom lieben Augustin in Gold, des Goldenen Violinschlüssels, des Fenstergucker-Reliefs und der Robert Stolz-Medaille; nicht zuletzt war Joe Hans Wirtl Redaktionsmitglied der Wienerlied-Zeitung "Der liebe Augustin", der wir diesen Beitrag entnommen haben. Wir danken der Redaktion für die Erlaubnis! 
     
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erstellt am 08. 09. 04 © http://www.daswienerlied.at