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Wien und seine Musik vor 45 Jahren


Gersthof – Eine Betrachtung im Wandel der Zeiten


Von Joe Hans Wirtl *)
     
Nun sind wir schon im 18. Bezirk auf den Spuren der Nostalgie und beginnen vom Währinger Gürtel aus durch die Währinger Straße unseren Erinnerungsstreifzug. Zwischen Canongasse und Hans-Sachs-Gasse befindet sich noch heute das Restaurant "Zum wilden Mann", wo jetzt ein "Wienerwald-Restaurant" etabliert ist und im Saal aber noch immer die "Schlaraffia-Ritter" ihre Zusammenkünfte haben. Vor 45 Jahren war in der Ballsaison jeden Tag eine Ballveranstaltung und selbst die Wiener Volksoper mietete den Saal für Ballettproben. Vis ä vis vom "Wilden Mann" befand sich die "Tanzschule Irmler", wo die Kapelle "Kramreiter" zur Perfektion aufspielte. Beim Aumannplatz im "Cafe Aumannhof", das für die amerikanische Besatzungsmacht als Club diente, spielte Hans Neroth mit seinen Solisten.

Auch in der Gentzgasse im "Cafe Bürgerhof" war ein Ami-Club, wo die Regenbogen-Division ihren Offiziersclub hatte und das Orchester "Bobby Kern" spielte. Am Ende der Gentzgasse / Währingerstraße befand sich das "Chartoricky-Schlössel", wo ebenfalls Musik geboten wurde. Am Wochenende spielte die "Erste Wiener Bigband" unter Walter Heidrich mit Musikern wie Teddy Windholz, Hans Salomon, Johannes Fehring und vielen bekannten Jazzmusikern.

Zurück wieder stadtwärts war in der Martinstraße das "Cafe Martinshof", wo am Wochenende eine 4-Mann-Kapelle aufspielte. In der Schulgasse waren mehrere Lokale mit Musik, das "Cafe Zellerhof", wo auch die Kapelle "Kurt Enzl" zum 5-Uhr-Tee spielte sowie im "Restaurant Bachl" bei der Mitterberggasse und in der "Hühnersteige" war Kurt Enzl mit seinen Rhythmikern zu hören. Das "Martinschlössel" gehörte auch zu den beliebten Tanzetablissements, in dem fast alle Kleinkapellen auftraten.

Wieder in der Schulgasse gelandet eröffnete gerade damals der Nestor des Wienerliedes Hansl Schmid sein Lokal, das bis heute ein Treffpunkt für Freunde des Wienerliedes geblieben ist. Auch im "Cafe Schopenhauerhof" gab es am Wochenende Musik mit erstklassigen Pianisten, Leo Ricka war lange dort im Engagement. In der Gymnasiumstraße war das "Restaurant Krenn", wo es auch viele kleine Veranstaltungen gab, auch einige Wienerlied-Vereine hatten dort ihren Sitz.
   

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Joe Hans Wirtl (6. 11. 1930 bis 9. 1. 2003), war Autor, Komponist, Musiker, Moderator, Notenautograph, Schriftführer beim Verein österreichischer Textautoren, 5 Jahre Präsident/Obmann der "Wienerlied-Vereinigung Robert Posch", ordentliches Mitglied der AKM; Träger des Ehrenzeichens der Stadt Wien in Silber, des Hutes vom lieben Augustin in Gold, des Goldenen Violinschlüssels, des Fenstergucker-Reliefs und der Robert Stolz-Medaille; nicht zuletzt war Joe Hans Wirtl Redaktionsmitglied der Wienerlied-Zeitung "Der liebe Augustin", der wir diesen Beitrag entnommen haben. Wir danken der Redaktion für die Erlaubnis! 
     
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erstellt am 08. 09. 04 © http://www.daswienerlied.at