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Wien und seine Musik vor 45 Jahren


Meidling, Hietzing und Penzing – Eine Betrachtung im Wandel der Zeiten


Von Joe Hans Wirtl *)
     
Der 12. Wiener Gemeindebezirk war sehr spärlich mit Musik bestückt, aber am Rosenhügel gab es den "Tanzpalast Harmonie", wo Publikumstanz stattfand. Die Kapelle "Harmonieboys" unter der Leitung von Franz Winterer spielte von Sweet-Musik bis Boogie und Jitterbug alles und war damals ein Geheimtip für gute Tanzmusik. Im "Cafe Resch" auf der Schönbrunner Straße gab es auch am Wochenende Musik, ein Virtuose auf der Artistenknopfharmonika war Karl Lowinger, den der Cafetier und Fußball-Legende Leopold Resch sehr schätzte. Auch ich absolvierte ein Gastspiel mit der Kapelle Kurt Enzl in diesem schönen Lokal. In den sechziger Jahren etablierten sich rund um den Khleslplatz einige Heurigenlokale, wo teilweise am Wochenende musiziert wurde.

In der Meidlinger Hauptstraße gab es das "Laternderl", ein Restaurant mit Tanz-Diner mit dem Fritz-Pelikan-Quartett. Besitzer dieses Lokals waren Waltraud und Fritz Haas, erstere bekannt als "Mariandl", die noch heute ihr Publikum begeistert.

Auch im 13. Bezirk waren sehr wenige Betriebe, die sich mit Musik befaßten. Im "Parkhotel Schönbrunn" gab es das "Weingartl", wo auch Heinz Conrads auftrat und die "Schönbrunner-Schrammeln" für gute Unterhaltung sorgten.

In der Maxingstraße war das "Maxing-Stüberl", wo gute Zithermusik gepflegt wurde. In Ober-Sankt Veit waren die Heurigenlokale noch versteckte Platzerln, wie es in dem Lied von Richard Czapek heißt: "I hab halt a Faible für Ober-Sankt Veit." Später, in den sechziger und siebziger Jahren zog auch in den Heurigen-lokalen die Musik ein und vom Auhofstüberl, Feldmühlschenke bis zu den heutigen Weinschenken rund um Ober-Sankt Veit wird aufgespielt.

In der Hietzinger Hauptstraße bei der Dommayergasse war das Lokal "Hubertusbräu", viele Bälle fanden dort statt und es galt als feinbürgerliche Gaststätte. Auch im Cafe "Dommayerhof" war es damals sehr ruhig, man genoß dort alte Kaffeehaustradition ohne Musik.

Im 14. Wiener Gemeindebezirk erinnert in der Hadikgasse nur mehr das Schild "Hadik-Stüberl" an vergangene Zeiten, wo das Wienerlied aus der untersten Lade besonders gepflegt wurde. Auch Franz Jiran als langjähriger Besitzer dieser Heimstätte des Wienerliedes war ein großer Verehrer vom Wienerlied. In der Cumberlandstraße bei der Penzinger Bahnstiege existiert noch heute ein Restaurant mit viel Tradition. Viele Veranstaltungen wurden abgehalten und noch bis jetzt ist es der Stammsitz der "Ritter vom güldenen Humpen", wo es bei Musik und Humor immer noch hoch her geht.

In Hütteldorf beim "Schweinernen Frack" war zum Wochenende immer was los, die "Salburger Buam" unter Kapellmeister Plechinger spielten für alt und jung zum Tanz. Auch unweit davon, beim renommierten Restaurant "Prilisauer", kommt das Wienerlied wieder zu Ehren.
   

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Döbling (XIX.)
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Joe Hans Wirtl (6. 11. 1930 bis 9. 1. 2003), war Autor, Komponist, Musiker, Moderator, Notenautograph, Schriftführer beim Verein österreichischer Textautoren, 5 Jahre Präsident/Obmann der "Wienerlied-Vereinigung Robert Posch", ordentliches Mitglied der AKM; Träger des Ehrenzeichens der Stadt Wien in Silber, des Hutes vom lieben Augustin in Gold, des Goldenen Violinschlüssels, des Fenstergucker-Reliefs und der Robert Stolz-Medaille; nicht zuletzt war Joe Hans Wirtl Redaktionsmitglied der Wienerlied-Zeitung "Der liebe Augustin", der wir diesen Beitrag entnommen haben. Wir danken der Redaktion für die Erlaubnis! 
     
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erstellt am 08. 09. 04 © http://www.daswienerlied.at