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Komponist Erwin Halletz

12. Juli 1923 – 27. Oktober 2008

Der Schöpfer der "Sauerkrautpolka" ist tot. Der Wiener Komponist und Arrangeur Erwin Halletz starb am Montag, dem 27.Oktober 2008, in Wien im Alter von 85 Jahren.



Foto: lastfm
Er wurde am 12. Juli 1923 in Wien geboren. Schon im sechsten Lebensjahr bekam er Violinunterricht, mit zwölf stand er bereits auf der Bühne. Als Big-Band-Arrangeur, Saxofonist und Sänger machte er sich ab dem Jahr 1946 einen Namen. Schlager, Filmmusik, Orchester waren sein Metier"Kleiner Bär mit großen Ohren", "Sauerkrautpolka", "Weil ich so sexy bin" und "Uncle Satchmo's Lullaby" zählen zu den berühmtesten Schlagern des Komponisten und Arrangeurs. Horst Winter, Gus Backus, Trude Herr und auch Louis Armstrong zählten zu den Interpreten seiner Hits.

Neben Schlagermusik komponierte Halletz auch zahlreiche Filmmusiken. 41 Jahre lang leitete er das Monte Carlo Light Symphony Orchestra in Monaco. Seit 2002 lebte er wieder ausschließlich in Wien.

Für Franz Antels "Ein tolles Früchtchen" schrieb er 1953 seine erste Filmmusik. Die Zusammenarbeit mit Stars wie Peter Alexander, Udo Jürgens, Zarah Leander und Johannes Heesters prägte sein Schaffen.

Eine kleine Anekdote am Rande: Ich erlernte beim Hermann Schneider Musikverlag das Verlagswesen, alles rund um den Offsetdruck, kleine Grafikarbeiten und unter anderem den heute nicht mehr aktuellen Beruf einer Notenautografin (nicht zu verwechseln mit dem Notenstich und auch nicht mit einem Auto, denn in diese Abteilung hat mich einmal ein Portier vom Finanzamt geschickt). Meine Arbeit wurde mühselig auf Transparentpapier hergestellt. Kurz beschrieben: auf einer Seite wurden mit einer Reißfeder die Notenlinien gezogen, das Blatt umgedreht und mit Druckerfarbe jedes einzelne Notensymbol und der Text gestempelt, dann mit Bronzestaub fixiert und zum trocknen aufgelegt. Eines Tages kam Erwin Halletz nicht ungehalten aber etwas aufgebracht, doch auch lachend zu uns, schwang eine Seite der Autografie in der Hand und fragte: "Welcher Doddel hat das gemacht, ich habe beim Korrigieren gedacht ich werd' narrisch!" Was war geschehen? Ich erkannte meine Arbeit und wollte mich klammheimlich verdrücken. Kurz gesagt, Halletz saß am Klavier, spielte das Lied durch und bei der zweiten Seite kam er nicht zurecht, die Singstimme klang fürchterlich und nichts passte. Bis er endlich den Fehler, an den ein normal denkender Musiker niemals denkt, fand. Ich habe statt fünf sechs Notenlinien gezogen.Ui je! Lange "litt" ich unter boshaften Bemerkungen meiner Kollegen und auch Musiker. Ich verstehe bis heute nicht, wie so ein kleiner "harmloser" Lapsus so schnell die Runde machen konnte!
   

HSK

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erstellt am 10. 11. 08 © http://www.daswienerlied.at