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Bezirksmuseum Ottakring: Erinnerungen
an Josef "Pepi" Kaderka und Hans Frankowski

Im Rahmen der Bezirksfestwochen, heuer unter dem erfreulichen Motto „Klingendes Wien“ – „Bei d’Schrammeln z’haus“ fand am Sonntag, dem 19.April im Ottakringer Bezirksmuseum im 16.Bezirk eine Gedenkveranstaltung für Josef „Pepi“ Kaderka und Hans von Frankowsi statt.

v.l.: Roman Teodorowicz, Ingrid Merschl, Bezirksvorsteherin-Stv. Hilde Holzhacker, Hedy Slunecko-Kaderka, Mag. Hilde Biegenzahn, ML DI Dr. Jochen Müller und Manfred Zalesa 

v.l.: Roman Teodorowicz, Ingrid Merschl, Bezirksvorsteherin-Stv. Hilde Holzhacker,
Hedy Slunecko-Kaderka, Mag. Hilde Biegenzahn, ML DI Dr. Jochen Müller und Manfred Zalesa

Es war eine schöne Matinee im kleinen Bezirksmuseum Ottakring zu Ehren von den zwei Ottakringern Hans Frankowksi – Johann Edler von Frankowski, Textautor und Komponist (3.11.1888 bis 15.1.1945) – und Josef "Pepi" Kaderka – Textautor, Musiker und Maler (22.6.1910 bis 19.1.1993).

Das Museum war bis auf den letzten Platz besetzt und es wurden auch noch schnell weitere Sitzgelegenheiten organisiert, da noch immer mehr Gäste dabeisein wollten. Nach einführenden Worten von ML DI Dr. Jochen Müller betonte er noch, daß er sich über das rege Interesse an dieser Veranstaltung sehr freue und nie damit gerechnet habe, so viele Gäste (mehr als 80 Personen) begrüßen zu dürfen.

Das Ottakringer Bezirksmuseum ist klein aber fein! Es gibt viele interessante Sehenswürdigkeiten, die in mühevoller Kleinarbeit von ihm und seinen "Helferleins" gesammelt, archiviert und abwechslungsweise zu gegebenen Anlässen in den Schauräumen ausgestellt werden und auch jederzeit einen Besuch wert sind.

Roman Teodorowicz am Klavier eröffnete mit ein paar Takten mit dem Lied "I hab‘ ka Angst ums Weanaliad" (Kaderka/Hauer, Preislied 1968 VHS Ottakring), nach dem Heinz Conrads seine monatlich stattfindende Sendung benannte.

Ingrid Merschl erzählte heiter, mit viel Temperament und duch kleine Anekdoten ergänzt, über die beiden Künstler und genauso Spitze waren ihre gesanglichen Vorträge. Dipl.Päd. Manfred Zalesak, Enkel von Frankowski, erzählte – von Merschl interviewt – aus dem Leben seines Großvaters und auch mich "erwischte" sie. Ich gestehe, daß ich vor Bühne, Mikrofonen usw. "großen Respekt" habe und mein Mund wie mit einem Zippverschluß verschossen ist. Aber nach einigen Sätzen funktionierte es schon und es lief dann gut. Diesmal muß ich unbedingt die vorgetragenen Lieder aufzählen, um den LeserInnen diese Werke in Erinnerung zu bringen:

Der erste Teil begann mit Hans Frankowsi und Sie werden staunen, daß diese im Ohr verankerten Lieder wirklich von ihm sind: "Kinder, weg’n mir braucht’s ka Trauerg’wand", "Einzug in den Olymp" (Klaviersolo), "Ich möchte gern wissen, ob Sie beim Küssen…" , "In an Wasser schwimmen d’Fisch", "Erst wann’s aus wird sein".

Der zweite Teil war Josef Kaderka gewidmet und begann mit "Einen Wiener kennst sofort…" (Preislied 1969 VHS Ottakring), "Mein Vater ist ein Graf", "Der Herzenstürlschlüssel", "Der Datscherlbäck", "I muaß a Quecksilber g’fressen hab’n" und "Die Fahrkart’n nach Wien".

Nach großem Beifall des Publikums, welches teilweise leise mitgesummt hat, gab es zum Abschied noch zwei berühmte Zugaben: "Der Dornbacher Pfarrer steckt aus" (Kaderka) und "Ja das sind halt Wiener G’schichten" (Frankowsi).

Ich möchte mich bei den Künstlern Ingrid Merschl, Roman Teodorowicz, bei ML DI Dr. Jochen Müller, Mag. Hilde Biegenzahn, bei deren vielen "Helferleins" und bei der Bezirksvorstehung herzlich bedanken und freue mich, daß das "totgesagte" Wienerlied in allen Bezirken hochgehalten wird.

Hedy Slunecko-Kaderka

 

Hans Frankowski

Hans Frankowski
Zeichnung: Fuchs 1942

Hans Frankowski

Johann Edler von Frankowski, Textdichter und Komponist
* 3. November 1888 Graz, † 15. Jänner 1945 (nach einem Bombenangriff), 1888 - 1945
Musikunterricht erhielt Hans von Frankowski im Waisenhaus der Schulbrüder in Wien, bereits mit 15 Jahren hatte er seinen ersten öffentlichen Auftritt. Nach Absolvierung der Handelsschule und des Konservatoriums war er als Klavierlehrer, Kapellmeister und Alleinunterhalter tätig. Erste größere Erfolge hatte er mit den Liedern „Herrgott, wie schön bist du, Wien“ und „Kinder, no net schlafen gehen, tat´s die Betten schona“.
Er komponierte über 400 Werke, Wienerlieder, Operetten, Filmmusik und Tanzmusik, und erhielt zahlreiche Auszeichnungen sowie Preise bei Wettbewerben und er gehört zu den wichtigsten Komponisten des spezifischen Wienerlieds. Viele seiner Lieder sind bis heute bekannt: "Erst wann's aus wird sein", "Ja, das sind halt Wiener G'schichten", "Herrgott, wie schön bist du, Wien" oder "Jetzt spielt's mir a Lied aus der untersten Lad'".

Hans Frankowski kam im Jänner 1945 gemeinsam mit seiner Frau und 105 anderen Personen im Keller seines Wohnhauses in der Neulerchenfelder Straße 39 bei einem Bombenangriff ums Leben.

Diese Gedenktafel am Haus Neulerchenfelderstraße 39 im 16. Bezirk erinnert an Hans Frankowski

Diese Gedenktafel am Haus Neulerchenfelderstraße 39 im 16. Bezirk
erinnert an Hans Frankowski (Foto: Hedwig Abraham, http://www.viennatouristguide.at)

 

 

 

Josef

Josef "Pepi" Kaderka
Foto: kaderka.at

Josef "Pepi" Kaderka

Josef "Pepi" Kaderka wurde am 22. Juni 1910 als Sohn von Marie (geb.Niederleitner. Wachauerin und Herrschaftsköchin in Wien) und Josef Kaderka (gebürtiger Dornbacher, gelernter Schuster und später Straßenbahner) in der Burghartstraße in der Brigittenau geboren, wo er mit seinen Eltern bis zu seinem 4. Lebensjahr lebte.

Die Familie übersiedelte in den 16. Bezirk in die Straßenbahnerhäuser in die Montleartstraße 58. Der kleine Pepi besuchte die Volks- und Bürgerschule in der Lorenz-Mandelgasse und fühlte sich schon in jungen Jahren sehr zur Musik hingezogen.

In Schulaufführungen spielte er gerne Theater, trug Gedichte vor, die er nach einmaligem Durchlesen fehlerfrei aufsagen konnte. Als er einmal als Erster aufgerufen wurde, um ein Gedicht vorzutragen, konnte er es nicht. Der Lehrer glaubte ihm nicht, daß er es immer erst in der Schule vor dem Unterricht lernte und stellte ihn auf die Probe – und es klappte…

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Am ehemaligen Wohnhaus von Josef "Pepi" Kaderka in der Marnogasse 1
im 14. Bezirk wurde diese Gedenktafel angebracht (Foto: Jutta Kirchner)

 

 

 

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erstellt am 22 05. 2015 © http://www.daswienerlied.at